Einlagensicherung — Definition einfach erklärt | Beispiele & Bedeutung
Das Einlagensicherungssystem ist ein staatlicher und privater Mechanismus zum Schutz der Gelder von Bankkunden im Falle einer Bankeninsolvenz. Es garantiert die Rückzahlung der Kundeneinlagen bis zu einer gesetzlich festgelegten Obergrenze und ist ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Stabilität.
Das Einlagensicherungssystem (Einlagensicherung) schützt die Spareinlagen der Bankkunden. Wird eine Bank zahlungsunfähig, erhalten die Einleger eine Entschädigung bis zur festgelegten Höhe. In Deutschland wird die Einlagensicherung durch das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) geregelt und ist Teil des gesamteuropäischen Systems zum Schutz der Einlagen (EU Deposit Guarantee Scheme).
Nach EU-Recht ist jedes Mitgliedsland verpflichtet, Einlagen natürlicher und juristischer Personen bis mindestens 100.000 Euro pro Einleger und Bank zu sichern. In Deutschland bestehen neben der gesetzlichen Einlagensicherung auch freiwillige Sicherungsfonds der Banken, die zusätzliche Absicherung über diesen Betrag hinaus bieten.
Das Hauptziel des Systems ist die Stärkung des Vertrauens in das Bankensystem und die Vermeidung von Panikreaktionen unter den Einlegern. Es verringert das Risiko von massenhaften Abhebungen („Bank Runs“) und trägt zur finanziellen Stabilität bei. Die Einlagensicherung ist eines der zentralen Elemente des Verbraucherschutzes im Finanzsektor Deutschlands und der Europäischen Union.
Wesentliche Elemente des Einlagensicherungssystems in Deutschland
- Gesetzliche Einlagensicherung. Sie schützt Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Zuständig sind anerkannte Entschädigungseinrichtungen (Entschädigungseinrichtungen), wie zum Beispiel die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB).
- Freiwillige Einlagensicherung. Eine zusätzliche Absicherung, die von einzelnen Bankenverbänden angeboten wird (z. B. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken). Seit 2023 beträgt die Absicherungsgrenze bis zu 5 Mio. Euro für Privatkunden und bis zu 50 Mio. Euro für Unternehmen.
- Kontrolle und Aufsicht. Die Systeme der Einlagensicherung werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank überwacht.
Welche Einlagen sind geschützt
Gesichert sind unter anderem:
- Sichteinlagen (Girokonten, Zahlungskonten).
- Spar- und Termineinlagen (einschließlich Festgeldkonten).
- Einlagen von Privatpersonen und Unternehmen, einschließlich kleiner und mittlerer Betriebe.
Wie das Einlagensicherungssystem funktioniert
- Wird eine Bank zahlungsunfähig, erklärt die BaFin den Entschädigungsfall.
- Das Einlagensicherungssystem leitet automatisch die Auszahlung der Entschädigungen ein.
- Die Rückzahlung an die Einleger erfolgt innerhalb von sieben Arbeitstagen.
- Die Entschädigung wird in Euro ausgezahlt, auch wenn die ursprüngliche Einlage in einer anderen Währung (z. B. US-Dollar) erfolgte.