Fremdwährungskonten und Überweisungen bei deutschen Banken — wie man ein Konto eröffnet, Geld überweist und Fremdwährung anlegt
Deutschland hat eines der stabilsten und sichersten Bankensysteme in Europa. Für Touristen, Zuwanderer und Ausländer, die zum Arbeiten oder Studieren kommen, ist es wichtig zu wissen, wie Banken mit Fremdwährungen arbeiten: Wo kann man ein Konto eröffnen, wie überweist man Geld und welche Möglichkeiten gibt es, Geld in einer ausländischen Währung zu halten?
Das deutsche Banksystem: Kurzüberblick
Das Banksystem in Deutschland gilt als eines der stabilsten und modernsten in Europa. Es besteht aus staatlichen und privaten Banken, die streng von der Deutschen Bundesbank und der BaFin kontrolliert werden. Diese Kontrolle sorgt für einen sicheren Finanzmarkt und das Vertrauen der Kunden.
Drei-Säulen-Struktur des Banksystems
Eine Besonderheit des deutschen Banksystems ist die Drei-Säulen-Struktur 1. Es gibt drei Hauptgruppen:
- Private Geschäftsbanken (Privatbanken) — große Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank (UniCredit Bank) und regionale Banken. Sie bieten viele verschiedene Finanzdienstleistungen an und arbeiten auch international.
- Öffentliche Banken (Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute) — Sparkassen und Landesbanken. Sie sind für die Bevölkerung und kleine Unternehmen da und sorgen für den Zugang zu Bankdienstleistungen.
- Genossenschaftsbanken — Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sie gehören den Mitgliedern. Ihr Ziel ist gegenseitige Hilfe und Unterstützung in der Region. Die wichtigste Bank dieser Gruppe ist die DZ Bank.
Diese Struktur hat sich historisch entwickelt. Früher gab es vor allem private Banken. Im 19. Jahrhundert kamen Sparkassen und Genossenschaftsbanken dazu. Heute gibt es alle drei Gruppen, und sie bieten viele verschiedene Bankdienstleistungen an.
Aufsicht und Regulierung
Zwei Behörden kontrollieren die Banken:
- Deutsche Bundesbank — prüft die Berichte der Banken und sorgt für Stabilität;
- BaFin — vergibt Lizenzen, prüft die Gesetze und kontrolliert das Kapital der Banken.
Beide arbeiten zusammen, wie im § 7 Kreditwesengesetz (KWG) steht 2: Die Bundesbank kontrolliert täglich, BaFin trifft die rechtlichen Entscheidungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die meisten deutschen Banken sind Universalbanken — sie bieten alle wichtigen Finanzdienstleistungen an: von Einlagen und Krediten bis zu Fremdwährungsgeschäften und internationalen Überweisungen. Das unterscheidet das deutsche System von anderen Ländern, wo Banken oft nur auf einen Bereich spezialisiert sind.
Die meisten deutschen Banken bieten alle wichtigen Finanzdienstleistungen an: Einlagen, Kredite, Fremdwährungsgeschäfte und internationale Überweisungen.
Das deutsche Banksystem ist also stabil und vielseitig. Es verbindet Marktprinzipien, staatliche Kontrolle und soziale Verantwortung. Durch die Zusammenarbeit von Bundesbank, BaFin und der Europäischen Zentralbank ist der Euro stabil und Fremdwährungsgeschäfte sind für Kunden, auch für Touristen und Ausländer, sicher.
Fremdwährungskonten in Deutschland
Fremdwährungskonten in Deutschland erlauben es, nicht nur Euro, sondern auch andere Währungen wie US-Dollar, Pfund oder Schweizer Franken zu halten. Solche Konten sind besonders nützlich für Menschen, die Geld aus dem Ausland bekommen, Geld zwischen Ländern überweisen oder ihr Geld in verschiedenen Währungen aufbewahren möchten. In Deutschland sind Fremdwährungskonten für Einwohner und Ausländer möglich, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt.
Wie funktioniert ein Fremdwährungskonto?
Ein normales Konto in Deutschland (Girokonto) ist in Euro. Manche Banken bieten aber Multiwährungskonten (Fremdwährungskonten) an, wo man mehrere Währungen gleichzeitig halten kann. Damit kann man internationale Überweisungen machen, Geld aus dem Ausland bekommen und Währungen ohne extra Umtausch in Euro wechseln.
Solche Konten kann man bei traditionellen Banken (z.B. Deutsche Bank, Commerzbank) oder bei digitalen Fintech-Diensten wie N26, Revolut oder Wise eröffnen. Die digitalen Anbieter bieten oft bessere Wechselkurse und eine einfache Verwaltung per App.
Für wen ist ein Fremdwährungskonto geeignet?
- Für Ausländer, die in Deutschland arbeiten und Einkommen in einer anderen Währung bekommen (z.B. USD oder GBP);
- Für Touristen und Zuwanderer, die Geld aus dem Ausland bekommen oder schicken möchten;
- Für Freiberufler und Unternehmer mit ausländischen Kunden;
- Für alle, die ihr Geld in verschiedenen Währungen halten und das Risiko von Wechselkursschwankungen verringern möchten.
Wie eröffnet man ein Fremdwährungskonto?
Der Ablauf hängt von der Bank ab:
- Traditionelle Banken (Deutsche Bank, Commerzbank, Sparkasse, Volksbank): Man muss persönlich in die Filiale gehen. Man braucht einen Pass, eine Meldebescheinigung (Anmeldung) und manchmal einen Einkommensnachweis oder Arbeitsvertrag.
- Online-Banken und Fintechs (N26, Revolut, Wise): Kontoeröffnung ist online möglich, mit Video-Ident oder E-Mail-Bestätigung. Meist reicht ein Pass und eine Adresse.
Nach der Freischaltung kann man das Multiwährungskonto nutzen — Geld einzahlen, überweisen und Währungen halten, ohne sie in Euro umtauschen zu müssen.
Worauf sollte man achten?
- Nicht alle deutschen Banken bieten Fremdwährungskonten an — meist nur große oder internationale Banken.
- Manche Banken eröffnen Konten nur für Einwohner von Deutschland oder der EU.
- Für das Konto können monatliche Gebühren anfallen, und beim Umtausch gibt es oft einen Aufschlag auf den EZB-Kurs.
- Bei großen Beträgen kann die Bank einen Nachweis über die Herkunft des Geldes verlangen (nach dem Geldwäschegesetz — Geldwäschegesetz).
Fremdwährungsüberweisungen von und nach Deutschland
Das deutsche Banksystem bietet viele Möglichkeiten, Geld innerhalb der Europäischen Union und in andere Länder zu überweisen. Fremdwährungsüberweisungen sind in Euro und anderen Währungen wie US-Dollar, Pfund, Franken oder Zloty möglich. Man kann klassische Banküberweisungen oder moderne digitale Lösungen mit niedrigen Gebühren nutzen.
Die wichtigsten Überweisungsarten
Deutsche Banken nutzen verschiedene Systeme, je nach Währung und Ziel des Geldes.
- SEPA — einheitlicher Euro-Zahlungsraum 3 für alle EU-Länder und fast ganz Europa. Solche Überweisungen sind schnell (1 Arbeitstag) und meist kostenlos 4.
- SWIFT — internationales System für Überweisungen in anderen Währungen (USD, GBP usw.). Geeignet für Überweisungen außerhalb Europas, aber die Gebühren sind höher und es dauert 3–5 Arbeitstage 5.
- Online-Plattformen und Fintechs — moderne Lösungen (z.B. Wise, Revolut, N26, PayPal), mit denen man Geld günstig und zum echten Wechselkurs ins Ausland schicken kann.
Vergleich der Überweisungsarten
| Art der Überweisung | Währung | Dauer | Gebühr | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| SEPA | Euro | 1 Arbeitstag | 0–1 € | Schnell und günstig, nur für Europa |
| SWIFT | Verschiedene Währungen | 2–5 Tage | 10–30 € | Weltweit möglich, Gebühren für Zwischenbanken möglich |
| Online-Plattformen | Verschiedene Währungen | sofort – 1 Tag | 0,3–1% der Summe | Niedrige Gebühren, transparenter Wechselkurs |
Wie kann man eine Überweisung machen und empfangen?
Kunden können eine Überweisung in der Bankfiliale machen oder online im Banking oder per App. Man muss normalerweise IBAN und BIC des Empfängers angeben, manchmal auch die Adresse. Je nach Währung kann man wählen, ob der Absender oder der Empfänger die Gebühren zahlt.
Geld bekommt man direkt auf das eigene Konto. Wenn das Geld in einer Fremdwährung kommt, wechselt die Bank es normalerweise in Euro zum eigenen Kurs um. Bei einem Fremdwährungskonto ist kein Umtausch nötig.
Für Überweisungen innerhalb Europas ist SEPA am besten — schnell, günstig und sicher. Für Überweisungen außerhalb der EU sind Fintechs mit Multiwährungskonten oft günstiger. Prüfen Sie immer den aktuellen Kurs und die Gebühren vor dem Senden.
Fremdwährungseinlagen bei deutschen Banken
In Deutschland gibt es meistens Einlagen in Euro, aber einige Banken bieten auch Fremdwährungseinlagen an — Konten für US-Dollar, Pfund, Schweizer Franken und andere Währungen. Solche Einlagen sind besonders interessant für Ausländer, Investoren oder alle, die ihr Geld auf verschiedene Währungen verteilen oder vom Wechselkurs profitieren möchten.
Was ist eine Fremdwährungseinlage?
Eine Fremdwährungseinlage (Fremdwährungseinlage) ist ein Konto, das nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung geführt wird. Man legt Geld für eine bestimmte Zeit an, bekommt Zinsen und kann das Geld am Ende in der Fremdwährung oder in Euro (zum aktuellen Kurs) zurückbekommen. Solche Konten gibt es für Privatpersonen und Firmen.
Zinsen auf Fremdwährungseinlagen sind meist niedriger als bei Euro-Einlagen, aber sie können sich lohnen, wenn sich der Wechselkurs günstig entwickelt. Aber es gibt ein Währungsrisiko — der Kurs kann sich ändern, was zu Gewinn oder Verlust beim Umtausch führen kann.
Fremdwährungseinlagen bieten verschiedene Banken an, zum Beispiel Commerzbank 6 und Revolut.
Zinsen und Bedingungen
Die Zinsen für Fremdwährungseinlagen in Deutschland hängen von der Währung und der Laufzeit ab, sie liegen meist zwischen 1,5% und 4% pro Jahr.
Die Mindesteinlage ist oft ab 1.000 Einheiten der Währung. Die Laufzeit ist zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. Meist kann man das Geld vorzeitig abheben, verliert dann aber einen Teil der Zinsen.
Alle Einlagen bei deutschen Banken sind durch die staatliche Einlagensicherung geschützt. Zinsen auf Einlagen werden mit der Kapitalertragsteuer besteuert.
Häufige Fragen zu Fremdwährungskonten, Überweisungen und Einlagen bei deutschen Banken
Kann ich als Ausländer ein Fremdwährungskonto bei einer deutschen Bank eröffnen?
Ja, Ausländer können bei den meisten deutschen Banken ein Fremdwährungs- oder normales Konto eröffnen. Man braucht meistens einen Pass und eine Meldebescheinigung (Anmeldung). Einige Online-Banken wie N26, Revolut oder Wise erlauben die Kontoeröffnung auch ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Welche Währungen gibt es für Konten und Einlagen in Deutschland?
Neben Euro bieten deutsche Banken auch Konten in US-Dollar (USD), Pfund (GBP) und Schweizer Franken (CHF) an. Bei Online-Banken gibt es oft bis zu 50 verschiedene Währungen.
Was ist Festgeld und wie unterscheidet es sich vom normalen Konto?
Festgeld ist eine Einlage mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Das Geld bleibt für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 6 oder 12 Monate) auf dem Konto und bringt feste Zinsen. Im Gegensatz zum Girokonto kann man das Geld vorher nicht abheben, sonst verliert man die Zinsen.
Kann ich eine Fremdwährungseinlage in Dollar oder Pfund machen?
Ja, solche Einlagen bieten große Banken wie Commerzbank an. Die Zinsen können anders sein als bei Euro-Einlagen, aber sie helfen, das Geld auf verschiedene Währungen zu verteilen und vor Kursschwankungen zu schützen.
Wie kann ich Geld aus Deutschland ins Ausland überweisen?
Überweisungen innerhalb Europas laufen über SEPA — schnell (1 Arbeitstag) und fast ohne Gebühren. Für internationale Überweisungen in anderen Währungen nutzt man SWIFT, Dauer bis zu 3–5 Tage, Gebühren ab 10 bis 30 €. Moderne Fintechs wie Wise und Revolut bieten oft bessere Konditionen und echte Wechselkurse.
Was kostet eine SEPA- oder SWIFT-Überweisung?
SEPA-Überweisungen innerhalb der EU in Euro sind meist kostenlos. SWIFT-Überweisungen in anderen Währungen (USD, GBP usw.) kosten mehr — ab 10 bis 30 €, je nach Bank und Zielland. Zwischenbanken können auch Gebühren nehmen.
Kann ich eine Überweisung aus dem Ausland in Fremdwährung bekommen?
Ja, Fremdwährungsüberweisungen kann man auf jedes deutsche Konto bekommen. Die Bank tauscht das Geld zum eigenen Kurs in Euro um, wenn es kein Multiwährungskonto ist. Bei einem Fremdwährungskonto (z.B. USD oder GBP) wird das Geld ohne Umtausch gutgeschrieben.
Wie sind Einlagen bei deutschen Banken geschützt?
Alle Einlagen in Deutschland sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Große Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank haben oft noch zusätzliche private Sicherungen.
Welche Steuern muss man auf Fremdwährungseinlagen zahlen?
Zinsen auf Einlagen werden mit der Kapitalertragsteuer (Kapitalertragsteuer) von 26,375% besteuert. Die Steuer wird meistens automatisch von der Bank abgezogen. In manchen Fällen kann man einen Antrag auf Steuerbefreiung stellen.
Informationsquellen
- Bankensystem und Bankenaufsicht in Deutschland. Deutscher Bundestag
- Kreditwesengesetz - KWG. Bundesamt für Justiz
- Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA). Europäische Zentralbank
- Gebühren für SEPA-Überweisungen. Deutsche Bundesbank
- Preise und Dienstleistungen. Deutsche Bank
- Das Online-Termingeld, Festgeld. Commerzbank
Autorenteam wechselkurse-vergleich.de
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